Ausbildung im Handwerk
Eine Ausbildung im Handwerk dauert je nach Beruf zwei bis dreieinhalb Jahre, ist dual aufgebaut – Betrieb plus Berufsschule – und wird vom ersten Tag an bezahlt. Am Ende steht die Gesellenprüfung.
Was heißt eigentlich „duale Ausbildung“?
Dazu kommen überbetriebliche Lehrgänge in den Bildungszentren der Handwerkskammern und Innungen. Dort übst du Techniken, die in deinem Betrieb vielleicht nicht jeden Tag vorkommen – Schweißen, Löten, Messen, Gestalten.
Der Vorteil gegenüber einer rein schulischen Ausbildung: Du bist von Anfang an im echten Arbeitsleben, verdienst dein eigenes Geld und wirst als Fachkraft ausgebildet, die der Betrieb später übernehmen will.
Wie lange dauert eine Ausbildung im Handwerk?
Bei guten Leistungen in Betrieb und Berufsschule kannst du die Ausbildung verkürzen – meist um sechs bis zwölf Monate. Auch ein höherer Schulabschluss oder eine vorherige Berufserfahrung kann angerechnet werden. Über die Verkürzung entscheidet die zuständige Kammer gemeinsam mit Betrieb und Berufsschule.
Was verdient man in der Ausbildung?
Viele Betriebe zahlen deutlich mehr, weil sie tarifgebunden sind. Im Ausbildungsbereich Handwerk lag die tarifliche Vergütung 2025 im Durchschnitt bei 1.093 Euro brutto im Monat über alle Ausbildungsjahre (West 1.091 Euro, Ost 1.110 Euro). Über alle Ausbildungsbereiche hinweg waren es 1.209 Euro.
Zwischen den Berufen liegen große Unterschiede: Das Zimmererhandwerk kam 2025 auf durchschnittlich 1.343 Euro, das Friseurhandwerk auf 727 Euro. Frag im Vorstellungsgespräch ruhig konkret nach – das ist völlig normal.
Alle Werte sind Durchschnittswerte und hängen von Tarifgebiet, Bundesland, Ausbildungsjahr und Betrieb ab.
Welchen Schulabschluss brauchst du?
In der Praxis heißt das: Mit Hauptschulabschluss stehen dir die meisten Handwerksberufe offen. Mit mittlerer Reife hast du bei stark nachgefragten Berufen etwas bessere Karten. Abiturienten können die Ausbildung oft verkürzen und schneller Richtung Meister oder Studium weitergehen.
Wichtiger als Noten ist für die meisten Betriebe: Kommt jemand pünktlich? Ist er zuverlässig? Hat er Interesse gezeigt – zum Beispiel mit einem Praktikum?
- Ohne Abschluss: Über eine Einstiegsqualifizierung (EQ) oder ein Praktikum kannst du dich beweisen und danach in die Ausbildung starten.
- Hauptschulabschluss: Klassischer Weg ins Handwerk, in fast allen Gewerken möglich.
- Mittlere Reife: Öffnet zusätzlich technisch anspruchsvollere Berufe und erleichtert die Verkürzung.
- Fachabitur oder Abitur: Verkürzung, schneller Weg zum Meister, Studium später ohne Umwege möglich.
So läuft die Ausbildung Schritt für Schritt
- 1
Beruf finden
Schau dir Berufe an, die dich interessieren – am besten mit einem Schülerpraktikum. Der Berufefinder hilft, wenn du noch keine Richtung hast.
- 2
Betrieb finden
Suche gezielt in deiner Region. Ein persönlicher Eindruck zählt mehr als eine perfekte Mappe.
- 3
Bewerben
Auf MACH-HANDWERK reicht ein Klick auf „Interesse zeigen“. Für die klassische Bewerbung findest du alles im Ratgeber Bewerbung für eine Ausbildung.
- 4
Vertrag und Start
Der Ausbildungsvertrag wird bei der Handwerkskammer eingetragen. Los geht es meist am 1. August oder 1. September.
- 5
Zwischenprüfung
Nach etwa der Hälfte der Zeit – in vielen Berufen zählt sie bereits zum Endergebnis.
- 6
Gesellenprüfung
Praktische und schriftliche Prüfung. Danach bist du Facharbeiterin oder Facharbeiter.
Und danach?
Die Ausbildung ist im Handwerk kein Endpunkt, sondern der Einstieg. Nach der Gesellenprüfung kannst du dich spezialisieren, den Meister machen, dich selbstständig machen oder studieren – auch ohne Abitur.
Wie diese Wege konkret aussehen, steht auf der Seite Karriere im Handwerk.
Berufe im Handwerk
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Aktuelle Ausbildungsplätze
Ausbildung Elektroniker:in Energie- und Gebäudetechnik (m/w/d)
Elektro Hartmann GmbHAusbildung Kfz-Mechatroniker:in – Schwerpunkt Elektromobilität
Kfz-Werkstatt YilmazAusbildung Anlagenmechaniker:in SHK (m/w/d)
SHK Meisterbetrieb VossAusbildung Bäcker:in (m/w/d)
Bäckerei SonnenfeldAusbildung Maurer:in (m/w/d)
Bauunternehmen KesslerHäufige Fragen
Wie lange dauert eine Ausbildung im Handwerk?
Je nach Beruf zwei bis dreieinhalb Jahre. Die meisten Handwerksberufe dauern drei oder dreieinhalb Jahre.
Welchen Schulabschluss brauche ich für eine Ausbildung im Handwerk?
Gesetzlich ist kein Abschluss vorgeschrieben. Betriebe stellen sowohl mit Hauptschulabschluss als auch mit mittlerer Reife oder Abitur ein.
Was verdient man in der Ausbildung im Handwerk?
Mindestens die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung – 2026 sind das 724 Euro brutto im ersten Jahr. Tarifgebundene Betriebe zahlen im Handwerk im Schnitt 1.093 Euro über alle Ausbildungsjahre.
Kann man die Ausbildung verkürzen?
Ja. Bei guten Leistungen oder mit höherem Schulabschluss ist eine Verkürzung um sechs bis zwölf Monate üblich. Den Antrag stellst du gemeinsam mit dem Betrieb bei der Kammer.
Was passiert, wenn ich die Ausbildung abbrechen möchte?
Sprich zuerst mit dem Ausbildungsberater deiner Handwerkskammer. Oft lässt sich ein Wechsel des Betriebs organisieren, ohne dass die bisherige Zeit verloren geht.
Brauche ich ein Anschreiben?
Auf MACH-HANDWERK nicht. Du zeigst Interesse, der Betrieb meldet sich. Bei klassischen Bewerbungen ist ein kurzes Anschreiben weiterhin üblich.
Wann sollte ich mich bewerben?
Viele Betriebe vergeben Ausbildungsplätze sechs bis zwölf Monate vor dem Start. Kurzfristig frei werdende Plätze gibt es aber das ganze Jahr über.