Bewerbung für eine Ausbildung im Handwerk
3 Minuten Lesezeit · Stand 08/2026
Eine Bewerbung im Handwerk besteht aus Anschreiben, Lebenslauf und dem letzten Zeugnis – zusammen zwei Seiten. Betriebe achten mehr auf Zuverlässigkeit, ein Praktikum und den persönlichen Eindruck als auf den Notendurchschnitt.
Was gehört in die Bewerbung?
- Anschreiben – eine Seite, besser eine halbe. Warum dieser Beruf, warum dieser Betrieb, was du mitbringst.
- Lebenslauf – eine Seite: Kontaktdaten, Schule, Praktika, Nebenjobs, Hobbys.
- Letztes Zeugnis – als Kopie oder PDF.
- Optional: Praktikumsbescheinigungen, Führerschein, Ehrenamt.
Nicht nötig: Deckblatt, Bewerbungsfoto (freiwillig), Zertifikate aus der Grundschule, Mappen aus dem Schreibwarenladen.
Anschreiben: der einzige Teil, der zählt
Beispiel für den Einstieg: „Bei meinem Praktikum in der Werkstatt Müller habe ich zum ersten Mal eine Heizung mit angeschlossen – seitdem weiß ich, dass ich Anlagenmechaniker werden möchte. Deshalb bewerbe ich mich bei Ihnen um einen Ausbildungsplatz ab September.“
Danach zwei bis drei Sätze: Was kannst du, was hast du schon gemacht, warum passt der Betrieb. Zum Schluss ein Satz zum Kennenlernen. Fertig.
Vermeide Standardformulierungen wie „hiermit bewerbe ich mich auf die von Ihnen ausgeschriebene Stelle“ – das schreibt jeder, es sagt nichts.
Lebenslauf: eine Seite, tabellarisch
- Persönliche Daten
- Name, Adresse, Telefonnummer, E-Mail, Geburtsdatum.
- Schulbildung
- Aktuelle Schule mit Zeitraum und angestrebtem Abschluss, davor die vorherige Schule.
- Praktische Erfahrung
- Praktika mit Betrieb, Zeitraum und Tätigkeit. Auch Ferienjobs und Aushilfstätigkeiten gehören hierhin.
- Kenntnisse und Interessen
- Führerschein, Sprachen, Sport im Verein, Feuerwehr, Musik, Schrauben, Basteln – alles, was Zuverlässigkeit oder Handwerkliches zeigt.
Was, wenn die Noten nicht gut sind?
Betriebe schauen auf drei Dinge: Kommt jemand pünktlich? Bleibt jemand dabei, wenn es anstrengend wird? Hat jemand echtes Interesse gezeigt? Ein Praktikum beantwortet alle drei Fragen besser als jedes Zeugnis.
Wenn du schwache Noten in einem wichtigen Fach hast, sprich es kurz an und sag, was du dagegen tust. Das wirkt souveräner, als es zu verstecken.
Falls deine Fehlzeiten hoch sind und es einen Grund gab: kurz erklären. Unerklärte Fehltage sind für Ausbilder das größte Warnsignal.
Wann bewerben?
Große Betriebe vergeben Ausbildungsplätze oft ein Jahr im Voraus, kleine Handwerksbetriebe deutlich kurzfristiger – teils noch im Juli für den September.
Faustregel: Bewirb dich ab Herbst für den Ausbildungsstart im nächsten Sommer. Und schau im Frühjahr noch einmal nach – dann werden Plätze frei, weil Verträge doch nicht zustande kommen.
Der einfachere Weg
Auf MACH-HANDWERK brauchst du für den ersten Kontakt keine Bewerbung: Du zeigst Interesse, der Betrieb sieht dein Profil und meldet sich. Anschreiben und Lebenslauf kommen erst dann ins Spiel, wenn es konkret wird – oder gar nicht.
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Häufige Fragen
Wie lang sollte eine Bewerbung für eine Ausbildung sein?
Anschreiben maximal eine Seite, Lebenslauf eine Seite. Dazu das letzte Zeugnis. Mehr liest kaum jemand.
Brauche ich ein Bewerbungsfoto?
Nein, es ist freiwillig. Viele Betriebe finden ein Foto sympathisch, verlangen dürfen sie es nicht.
Kann ich mich mit schlechten Noten auf eine Ausbildung bewerben?
Ja. Im Handwerk zählen Zuverlässigkeit, Interesse und der persönliche Eindruck oft mehr als der Durchschnitt. Ein Praktikum hilft am meisten.
Per E-Mail oder Post bewerben?
E-Mail ist Standard, alles in einem PDF. Nur wenn ein Betrieb ausdrücklich Post möchte, schick eine Mappe.
Was schreibe ich, wenn ich den Betrieb nicht kenne?
Schau dir die Website an und nenn einen konkreten Punkt – Gewerk, Region, Projekte. Ein Satz reicht, um zu zeigen, dass du dich informiert hast.
Wie viele Bewerbungen sollte ich schreiben?
Lieber fünf gute als 30 identische. Wer gezielt schreibt, bekommt deutlich häufiger eine Rückmeldung.