Dach & Zimmerei

Dachdecker/-in werden

Dachdeckerinnen und Dachdecker decken Dächer, dichten Gebäude ab, dämmen, montieren Photovoltaik und bauen Fassaden. Die Ausbildung dauert 3 Jahre.

Dauer3,0 Jahre
AbschlussGesellenprüfung
Vergütung Ø1.093 €
BereichHandwerk

Das Dach hält alles zusammen: Regen, Wind, Wärme. Dachdecker sorgen dafür, dass ein Gebäude dicht bleibt – und montieren heute oft gleich die Photovoltaikanlage mit.

Der Beruf spielt sich fast ausschließlich draußen und in der Höhe ab. Wer das mag, bekommt einen Arbeitsplatz mit Aussicht und ein Gewerk mit stabiler Auftragslage.

Was macht ein/-e Dachdecker/-in?

  • Dachlattung und Unterspannbahnen einbauen
  • Ziegel, Schiefer oder Metall eindecken
  • Flachdächer abdichten
  • Dämmung einbringen
  • Dachfenster, Rinnen und Blitzschutz montieren
  • Photovoltaikmodule befestigen und anschließen lassen
  • Fassaden bekleiden und Bauwerke abdichten

Wo arbeitet man?

Dächer von WohnhäusernGewerbe- und IndustriehallenGerüste und HubarbeitsbühnenWerkstatt und Lager

Welche Fachrichtungen gibt es?

Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik
Die übliche Fachrichtung: Steildach, Flachdach, Fassade und Abdichtung.
Reetdachtechnik
Spezialisierung auf Reetdächer, vor allem im Norden.
Solartechnik
Schwerpunkt auf der Montage von Photovoltaik und Solarthermie am Dach.

Wie läuft die Ausbildung ab?

Kurz gesagt: Die Ausbildung dauert 3,0 Jahre und ist dual – du arbeitest im Betrieb und gehst parallel zur Berufsschule. Am Ende steht die Gesellenprüfung.
Rechtsgrundlage: Verordnung von 2016

Duale Ausbildung mit hohem überbetrieblichem Anteil. Sicherheitsschulungen für Arbeiten in der Höhe gehören von Beginn an dazu.

Die Gesellenprüfung umfasst praktische Arbeitsproben – zum Beispiel eine Eindeckung oder eine Abdichtung – und schriftliche Prüfungsbereiche.

Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich – meist um sechs bis zwölf Monate. Wer einen höheren Schulabschluss mitbringt, kann die Ausbildung häufig von vornherein verkürzen.

Welche Voraussetzungen brauchst du?

Schulabschluss

Kein Abschluss vorgeschrieben. Wichtiger sind Schwindelfreiheit, Fitness und Zuverlässigkeit.

Diese Schulfächer helfen

  • Mathematik – Flächen, Neigungen, Materialbedarf
  • Physik – Kräfte, Feuchte, Wärmeschutz
  • Werken/Technik

Das solltest du mitbringen

  • absolut schwindelfrei
  • körperlich fit
  • sorgfältiges Arbeiten – ein undichter Anschluss zeigt sich Jahre später
  • Zuverlässigkeit im Team

Was verdient man?

1.093 € brutto im Monat – Durchschnitt aller Handwerksberufe 2025 – für diesen Beruf veröffentlicht das BIBB keinen Einzelwert.
Quelle: BIBB: Tarifliche Ausbildungsvergütungen 2025, Erhebung zum 1. Oktober 2025.

Die tatsächliche Vergütung hängt von Tarifgebiet, Bundesland, Ausbildungsjahr und Betrieb ab und steigt in jedem Lehrjahr. Zum Vergleich: Über alle Ausbildungsbereiche lag der tarifliche Durchschnitt 2025 bei 1.209 Euro, im Handwerk bei 1.093 Euro (West 1.091 Euro, Ost 1.110 Euro). Was du nach der Ausbildung verdienst, richtet sich nach Tarif, Region und Qualifikation – verlässliche Einzelwerte findest du beim BIBB und in der Entgeltdatenbank der Bundesagentur für Arbeit.

Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

Früh raus: Material auf das Dach bringen, Gerüst und Sicherung prüfen, dann eindecken oder abdichten. Bei starkem Wind oder Gewitter wird die Arbeit unterbrochen – Sicherheit hat im Gewerk oberste Priorität.

Als Azubi arbeitest du zuerst am Boden und auf dem Gerüst zu, lernst Sicherungstechnik und übernimmst dann Schritt für Schritt eigene Flächen.

Womit arbeitest du?

Dachdeckerhammer und SchiefermesserBitumenbrenner und Schweißgerät für AbdichtungenAuffanggurt und SicherungstechnikBlechschere und KantbankHebebühne und Dachaufzug

Welche Karrierechancen hast du?

Geselle/Gesellin
Selbstständige Arbeit auf dem Dach.
Vorarbeiter/-in
Leitung kleiner Kolonnen.
Meister/-in
Dachdeckermeister: eigener Betrieb, Ausbildung, Kalkulation und Bauleitung.
Spezialisierung
Abdichtungstechnik, Photovoltaik, Denkmalpflege oder Gründach.

Weiterbildungen

  • Dachdeckermeister/-in
  • Fachkraft für Photovoltaikmontage
  • Sachverständige/-r für Dach- und Abdichtungstechnik
  • Staatlich geprüfte/-r Techniker/-in Bautechnik

Mehr dazu: Karrierewege im Handwerk – vom Gesellen bis zur Selbstständigkeit

Wie zukunftssicher ist der Beruf?

Sanierung, Dämmung und Photovoltaik sorgen für konstant hohe Nachfrage. Dachdecker sind zugleich einer der Berufe, in denen besonders viele Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben – wer einsteigt, wird gebraucht.

Passt der Beruf zu dir?

Gut geeignet, wenn du …
  • absolut schwindelfrei
  • körperlich fit
  • sorgfältiges Arbeiten – ein undichter Anschluss zeigt sich Jahre später
  • Zuverlässigkeit im Team
Eher nicht, wenn …
  • bei Höhenangst
  • wenn du nicht bei Wind, Kälte und Sonne draußen arbeiten möchtest

Unsicher? Der Berufefinder schlägt dir passende Berufe vor

Freie Plätze als Dachdecker/-in

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Häufige Fragen zum Beruf Dachdecker/-in

Wie lange dauert die Dachdeckerausbildung?

Drei Jahre.

Was verdient man in der Ausbildung?

Abhängig vom Tarifgebiet und Lehrjahr. Der Handwerksdurchschnitt lag 2025 bei 1.093 Euro brutto im Monat (BIBB).

Braucht man Schwindelfreiheit?

Ja, zwingend. Der Arbeitsplatz liegt fast immer in der Höhe – gesichert, aber exponiert.

Arbeitet man bei jedem Wetter?

Nein. Bei Sturm, Eis oder Gewitter wird nicht auf dem Dach gearbeitet. Kälte und Regen gehören dagegen dazu.

Montieren Dachdecker auch Photovoltaik?

Ja. Die Befestigung auf dem Dach übernimmt in der Regel der Dachdecker, den elektrischen Anschluss die Elektrofachkraft.