Elektroniker/-in werden
Elektroniker/-innen planen, installieren und warten elektrische Anlagen – von der Steckdose im Neubau über die Wärmepumpe bis zur Ladesäule und zur Gebäudesteuerung. Die Ausbildung im Handwerk dauert 3,5 Jahre.
Ohne Elektroniker läuft im Wortsinn nichts: kein Licht, keine Heizung, keine Ladesäule, kein Serverraum. Der Beruf verbindet Handarbeit mit Technikverständnis – du baust etwas mit den Händen, musst aber verstehen, warum eine Schaltung funktioniert und wo Gefahr droht.
Weil Gebäude immer mehr Technik enthalten – Photovoltaik, Wärmepumpen, Speicher, Wallboxen, Gebäudeautomation – ist der Bedarf an Fachkräften in diesem Gewerk seit Jahren hoch.
Was macht ein/-e Elektroniker/-in?
- Leitungen verlegen, Verteiler aufbauen und anschließen
- Steckdosen, Schalter, Beleuchtung und Netzwerkdosen installieren
- Photovoltaikanlagen, Speicher und Wallboxen anschließen
- Anlagen in Betrieb nehmen, messen und prüfen
- Fehler suchen und Störungen beheben
- Gebäudetechnik programmieren und einstellen (z. B. KNX, Smart Home)
- Kundinnen und Kunden erklären, wie ihre Anlage funktioniert
Wo arbeitet man?
Welche Fachrichtungen gibt es?
- Energie- und Gebäudetechnik
- Die häufigste Fachrichtung. Du arbeitest an Elektroinstallationen in Wohn- und Gewerbegebäuden, an Verteilungen, Beleuchtung, Photovoltaik und Gebäudetechnik.
- Automatisierungs- und Systemtechnik
- Schwerpunkt auf Steuerungen und automatisierten Anlagen, etwa in Produktionsbetrieben oder in der Gebäudeautomation.
Wie läuft die Ausbildung ab?
Rechtsgrundlage: Verordnung vom 30.03.2021
Die Ausbildung ist dual: Du arbeitest im Betrieb mit und gehst parallel in die Berufsschule – je nach Bundesland an ein bis zwei Tagen pro Woche oder in Blöcken. Dazu kommen überbetriebliche Lehrgänge in Bildungszentren der Handwerkskammer oder Innung.
Die Gesellenprüfung ist zweigeteilt: Teil 1 findet etwa in der Mitte der Ausbildung statt und zählt bereits zum Endergebnis, Teil 2 am Ende. In der praktischen Prüfung bearbeitest du einen Kundenauftrag von der Planung bis zur Übergabe.
Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich – meist um sechs bis zwölf Monate. Wer einen höheren Schulabschluss mitbringt, kann die Ausbildung häufig von vornherein verkürzen.
Welche Voraussetzungen brauchst du?
Schulabschluss
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen viele Betriebe mit Hauptschulabschluss oder mittlerem Abschluss ein – entscheidend sind eher Zuverlässigkeit und Interesse an Technik als der Notendurchschnitt.
Diese Schulfächer helfen
- Mathematik – für Berechnungen von Strom, Spannung und Leitungsquerschnitten
- Physik – Grundlagen der Elektrotechnik
- Werken/Technik – handwerkliches Verständnis
- Deutsch – für Prüfprotokolle und Kundengespräche
Das solltest du mitbringen
- sorgfältig arbeiten, weil Fehler bei Strom gefährlich sind
- räumliches Vorstellungsvermögen
- Bereitschaft, früh anzufangen
- Freude daran, Ursachen zu suchen statt zu raten
- Umgang mit Menschen – du bist oft direkt beim Kunden
Was verdient man?
Quelle: BIBB: Tarifliche Ausbildungsvergütungen 2025, Erhebung zum 1. Oktober 2025.
Die tatsächliche Vergütung hängt von Tarifgebiet, Bundesland, Ausbildungsjahr und Betrieb ab und steigt in jedem Lehrjahr. Zum Vergleich: Über alle Ausbildungsbereiche lag der tarifliche Durchschnitt 2025 bei 1.209 Euro, im Handwerk bei 1.093 Euro (West 1.091 Euro, Ost 1.110 Euro). Was du nach der Ausbildung verdienst, richtet sich nach Tarif, Region und Qualifikation – verlässliche Einzelwerte findest du beim BIBB und in der Entgeltdatenbank der Bundesagentur für Arbeit.
Wie sieht der Arbeitsalltag aus?
Der Tag startet meist zwischen 6:30 und 7:30 Uhr im Betrieb: Material laden, Aufträge besprechen, dann raus zur Baustelle. Im Neubau arbeitest du oft mehrere Tage am selben Objekt, im Service springst du zwischen mehreren Kunden.
Als Azubi fängst du mit Zuarbeiten an – Schlitze stemmen, Leitungen ziehen, Material vorbereiten. Schon im ersten Jahr übernimmst du kleinere Aufgaben selbst, ab dem zweiten Jahr arbeitest du in vielen Betrieben weitgehend eigenständig unter Aufsicht.
Womit arbeitest du?
Welche Karrierechancen hast du?
- Geselle/Gesellin
- Nach bestandener Prüfung arbeitest du eigenverantwortlich auf der Baustelle oder im Kundendienst.
- Vorarbeiter/-in oder Monteur mit Führungsverantwortung
- Du leitest kleine Teams und koordinierst Baustellen.
- Meister/-in
- Mit dem Meistertitel darfst du ausbilden und einen eigenen Betrieb führen. Der Meister ist auf demselben Niveau eingeordnet wie ein Bachelorabschluss (Deutscher Qualifikationsrahmen, Stufe 6).
- Techniker/-in oder Studium
- Der Meisterbrief öffnet auch ohne Abitur den Weg an die Hochschule, etwa für Elektrotechnik oder Gebäudetechnik.
- Selbstständigkeit
- Im Elektrotechniker-Handwerk ist die Selbstständigkeit mit eigenem Betrieb an den Meistertitel oder eine gleichwertige Qualifikation gebunden.
Weiterbildungen
- Elektrotechnikermeister/-in
- Staatlich geprüfte/-r Techniker/-in Elektrotechnik
- Fachkraft für Photovoltaik oder Wärmepumpen
- Gebäudeautomation und KNX-Zertifikate
- Elektrofachkraft für Hochvolttechnik
Mehr dazu: Karrierewege im Handwerk – vom Gesellen bis zur Selbstständigkeit
Wie zukunftssicher ist der Beruf?
Wärmewende, Photovoltaik, Speicher, Ladeinfrastruktur und Gebäudeautomation sorgen dafür, dass Elektrobetriebe seit Jahren mehr Aufträge als Personal haben. Der Beruf lässt sich schlecht ins Ausland verlagern und noch schlechter automatisieren – jemand muss die Anlage vor Ort einbauen.
Passt der Beruf zu dir?
- sorgfältig arbeiten, weil Fehler bei Strom gefährlich sind
- räumliches Vorstellungsvermögen
- Bereitschaft, früh anzufangen
- Freude daran, Ursachen zu suchen statt zu raten
- wenn du Höhenangst hast und auch Dachmontagen ausschließt
- wenn du ausschließlich an einem festen Platz arbeiten möchtest
- wenn dich Sicherheitsregeln grundsätzlich stören – im Elektrobereich sind sie nicht verhandelbar
Freie Plätze als Elektroniker/-in
Ausbildung Kfz-Mechatroniker:in – Schwerpunkt Elektromobilität
Kfz-Werkstatt YilmazSchülerpraktikum Elektrotechnik – 1 Woche reinschnuppern
Elektro Hartmann GmbHHäufige Fragen zum Beruf Elektroniker/-in
Wie lange dauert die Ausbildung zum Elektroniker?
Die Ausbildung dauert regulär 3,5 Jahre (42 Monate). Bei guten Leistungen in Betrieb und Berufsschule ist eine Verkürzung um bis zu zwölf Monate möglich.
Welchen Schulabschluss braucht man als Elektroniker?
Vorgeschrieben ist kein bestimmter Abschluss. Viele Betriebe bilden Jugendliche mit Hauptschulabschluss oder mittlerer Reife aus. Wichtiger als Noten sind Zuverlässigkeit, Interesse an Technik und ein guter erster Eindruck – zum Beispiel aus einem Praktikum.
Kann ich mit Hauptschulabschluss Elektroniker werden?
Ja. Der Hauptschulabschluss reicht für die Ausbildung im Elektrohandwerk aus. Ein Praktikum vorab hilft dir, den Betrieb von deinen Stärken zu überzeugen.
Was verdient man in der Ausbildung zum Elektroniker?
Die Vergütung hängt von Tarifgebiet, Bundesland und Ausbildungsjahr ab und steigt jedes Jahr. Zur Orientierung: Im Ausbildungsbereich Handwerk lag die tarifliche Vergütung 2025 im Durchschnitt bei 1.093 Euro brutto im Monat über alle Ausbildungsjahre (BIBB).
Ist die Ausbildung zum Elektroniker schwer?
Der schulische Teil hat es in sich: Elektrotechnik ist rechnerisch und verlangt Verständnis für Zusammenhänge. Praktisch ist der Beruf gut lernbar, wenn du sorgfältig arbeitest. Wer in Mathe und Physik nicht glänzt, kann das mit Fleiß und einem guten Ausbildungsbetrieb ausgleichen.
Elektroniker oder Mechatroniker – was ist der Unterschied?
Elektroniker/-innen im Handwerk arbeiten überwiegend an Gebäuden und Anlagen beim Kunden. Mechatroniker/-innen kommen meist aus Industrie und Handel und verbinden Mechanik, Elektronik und Steuerungstechnik an Maschinen. Wer lieber auf Baustellen und beim Kunden arbeitet, ist im Handwerk besser aufgehoben.
Kann ich vorher ein Praktikum machen?
Ja, und es ist der beste Weg in den Beruf. Ein Schülerpraktikum dauert meist ein bis zwei Wochen, ein längeres Praktikum nach der Schule mehrere Wochen. Viele Ausbildungsverträge entstehen genau daraus.
Kann ich als Elektroniker Meister werden?
Ja. Nach der Gesellenzeit kannst du die Meisterprüfung ablegen – in Vollzeit dauert die Vorbereitung meist ein Jahr, berufsbegleitend zwei bis drei. Der Meistertitel berechtigt zum Ausbilden und zur Führung eines eigenen Betriebs.