Bau & Ausbau

Fliesenleger/-in werden

Fliesenlegerinnen und Fliesenleger verlegen Fliesen, Platten und Mosaike an Wand und Boden, bereiten Untergründe vor und dichten Nassbereiche ab. Die Ausbildung dauert 3 Jahre.

Dauer3,0 Jahre
AbschlussGesellenprüfung
Vergütung Ø1.093 €
BereichHandwerk

Ein gefliestes Bad ist Millimeterarbeit: Fugenbild, Gefälle, Anschlüsse und Abdichtung müssen stimmen, sonst sieht man es sofort – oder es zeigt sich Jahre später als Wasserschaden.

Der Beruf ist gefragt wie kaum ein anderer im Ausbau. Wer sauber arbeitet, hat volle Auftragsbücher und gute Chancen auf Selbstständigkeit: Das Fliesenlegerhandwerk ist zulassungspflichtig, der Meisterbrief also ein echter Wettbewerbsvorteil.

Was macht ein/-e Fliesenleger/-in?

  • Untergründe prüfen, grundieren und ausgleichen
  • Abdichtungen in Bad und Dusche einbauen
  • Fliesen zuschneiden und verlegen
  • Mosaike und Naturstein verarbeiten
  • Fugen ziehen und Silikonanschlüsse setzen
  • Estrich und Trockenbauuntergründe vorbereiten
  • Kunden beraten – Format, Verlegemuster, Material

Wo arbeitet man?

Badezimmer und WohnräumeNeubau und SanierungGewerbeobjekteAußenbereiche und Terrassen

Wie läuft die Ausbildung ab?

Kurz gesagt: Die Ausbildung dauert 3,0 Jahre und ist dual – du arbeitest im Betrieb und gehst parallel zur Berufsschule. Am Ende steht die Gesellenprüfung.
Rechtsgrundlage: Ausbildungsordnung des Bauhauptgewerbes

Duale Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule mit überbetrieblichen Lehrgängen. In den Bauberufen ist der überbetriebliche Anteil vergleichsweise hoch.

Am Ende steht die Gesellenprüfung mit praktischen Arbeitsproben, in denen Verlegetechnik, Zuschnitt und Genauigkeit bewertet werden.

Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich – meist um sechs bis zwölf Monate. Wer einen höheren Schulabschluss mitbringt, kann die Ausbildung häufig von vornherein verkürzen.

Welche Voraussetzungen brauchst du?

Schulabschluss

Kein Abschluss vorgeschrieben. Betriebe achten auf Sorgfalt, Belastbarkeit und Zuverlässigkeit.

Diese Schulfächer helfen

  • Mathematik – Flächen, Verschnitt, Gefälle
  • Werken/Technik – Umgang mit Werkzeug und Maschinen
  • Kunst – Gefühl für Muster und Proportionen

Das solltest du mitbringen

  • genaues Auge für Linien und Fugen
  • Geduld bei der Vorbereitung
  • körperliche Belastbarkeit – viel Arbeit im Knien
  • sauberes Auftreten in bewohnten Räumen

Was verdient man?

1.093 € brutto im Monat – Durchschnitt im Ausbildungsbereich Handwerk 2025 – für diesen Beruf veröffentlicht das BIBB keinen Einzelwert.
Quelle: BIBB: Tarifliche Ausbildungsvergütungen 2025, Erhebung zum 1. Oktober 2025.

Die tatsächliche Vergütung hängt von Tarifgebiet, Bundesland, Ausbildungsjahr und Betrieb ab und steigt in jedem Lehrjahr. Zum Vergleich: Über alle Ausbildungsbereiche lag der tarifliche Durchschnitt 2025 bei 1.209 Euro, im Handwerk bei 1.093 Euro (West 1.091 Euro, Ost 1.110 Euro). Was du nach der Ausbildung verdienst, richtet sich nach Tarif, Region und Qualifikation – verlässliche Einzelwerte findest du beim BIBB und in der Entgeltdatenbank der Bundesagentur für Arbeit.

Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

Baustelle einrichten, Untergrund prüfen, Material anmischen, Fläche einteilen – erst dann wird geklebt. Ein Bad beschäftigt einen Zweiertrupp meist mehrere Tage; danach folgt das nächste Objekt.

Als Azubi mischst du zuerst an, schneidest zu und reichst an; sehr schnell verlegst du eigene Flächen, weil Übung im Fliesenlegen alles ist.

Womit arbeitest du?

Fliesenschneider und NassschneidemaschineZahnkelle und GummiwischerNivelliersystem und Bau-LaserBohrhammer und RührwerkKniepolster – nicht optional

Welche Karrierechancen hast du?

Geselle/Gesellin
Eigenständige Ausführung ganzer Objekte.
Vorarbeiter/-in
Verantwortung für Baustellen und Trupps.
Meister/-in
Fliesenlegermeister: eigener Betrieb, Ausbildung, Kalkulation. Im zulassungspflichtigen Handwerk Voraussetzung für die Selbstständigkeit.
Spezialisierung
Naturstein, Großformate, Abdichtungstechnik oder barrierefreie Bäder.

Weiterbildungen

  • Fliesenlegermeister/-in
  • Fachkraft für Abdichtungstechnik
  • Naturstein- und Großformatverlegung
  • Betriebswirt/-in des Handwerks

Mehr dazu: Karrierewege im Handwerk – vom Gesellen bis zur Selbstständigkeit

Wie zukunftssicher ist der Beruf?

Bäder werden saniert, unabhängig von der Konjunktur, und barrierefreies Bauen nimmt zu. Gleichzeitig fehlen dem Gewerk Fachkräfte – Wartezeiten von Monaten sind bei guten Betrieben normal.

Passt der Beruf zu dir?

Gut geeignet, wenn du …
  • genaues Auge für Linien und Fugen
  • Geduld bei der Vorbereitung
  • körperliche Belastbarkeit – viel Arbeit im Knien
  • sauberes Auftreten in bewohnten Räumen
Eher nicht, wenn …
  • bei Knieproblemen oder Rückenbeschwerden
  • wenn dir kleinteiliges, ruhiges Arbeiten nicht liegt

Unsicher? Der Berufefinder schlägt dir passende Berufe vor

Freie Plätze als Fliesenleger/-in

Häufige Fragen zum Beruf Fliesenleger/-in

Wie lange dauert die Fliesenleger-Ausbildung?

Drei Jahre.

Was verdient man in der Ausbildung?

Abhängig von Tarifgebiet und Lehrjahr; der tarifliche Handwerksdurchschnitt lag 2025 bei 1.093 Euro brutto im Monat (BIBB).

Ist der Beruf schlecht für die Knie?

Die Arbeit findet viel im Knien statt. Gute Kniepolster, höhenverstellbare Hilfsmittel und Wechsel zwischen Wand- und Bodenarbeit entlasten deutlich.

Kann ich mich selbstständig machen?

Ja. Das Fliesenlegerhandwerk ist zulassungspflichtig, für einen eigenen Betrieb brauchst du den Meisterbrief oder eine gleichwertige Qualifikation.

Brauche ich ein gutes Auge für Gestaltung?

Es hilft. Verlegemuster, Fugenbild und Übergänge entscheiden über die Wirkung eines Raums.