Kfz & Fahrzeuge

Fahrzeuglackierer/-in werden

Fahrzeuglackiererinnen und Fahrzeuglackierer bereiten Fahrzeuge vor, mischen Farbtöne exakt an und lackieren Karosserien, Nutzfahrzeuge und Bauteile. Die Ausbildung dauert 3 Jahre.

Dauer3,0 Jahre
AbschlussGesellenprüfung
Vergütung Ø1.093 €
BereichHandwerk

Ein Lack ist erst gut, wenn man nicht sieht, dass er neu ist. Genau darin liegt die Kunst: Untergrund spachteln, schleifen, grundieren, Farbton treffen und so lackieren, dass der reparierte Bereich vom Rest nicht zu unterscheiden ist.

Der Beruf verbindet handwerkliche Präzision mit Farbchemie und moderner Technik – Farbtöne werden heute meist digital ermittelt und in der Mischanlage exakt angerührt.

Was macht ein/-e Fahrzeuglackierer/-in?

  • Schäden beurteilen und Untergründe vorbereiten
  • Spachteln, schleifen, grundieren
  • Farbtöne ermitteln und anmischen
  • Fahrzeuge und Bauteile lackieren
  • Effekt- und Sonderlackierungen ausführen
  • Beschriftungen und Folierungen anbringen
  • Korrosionsschutz und Konservierung

Wo arbeitet man?

Lackierwerkstatt und LackierkabineKarosseriebaubetriebAutohausNutzfahrzeug- und Industrielackierung

Wie läuft die Ausbildung ab?

Kurz gesagt: Die Ausbildung dauert 3,0 Jahre und ist dual – du arbeitest im Betrieb und gehst parallel zur Berufsschule. Am Ende steht die Gesellenprüfung.
Rechtsgrundlage: Verordnung von 2003

Duale Ausbildung mit Berufsschule und überbetrieblichen Lehrgängen. Arbeitsschutz spielt eine große Rolle: Atemschutz, Absaugung und der Umgang mit Lacksystemen werden von Anfang an geübt.

Die Gesellenprüfung besteht aus praktischen Arbeitsproben – etwa einer Teillackierung mit Farbtonangleichung – und schriftlichen Prüfungsbereichen.

Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich – meist um sechs bis zwölf Monate. Wer einen höheren Schulabschluss mitbringt, kann die Ausbildung häufig von vornherein verkürzen.

Welche Voraussetzungen brauchst du?

Schulabschluss

Kein Abschluss vorgeschrieben. Wichtig sind Sorgfalt, gutes Farbsehen und Geduld bei der Vorbereitung.

Diese Schulfächer helfen

  • Chemie – Lacke, Härter, Verdünner
  • Mathematik – Mischverhältnisse und Flächen
  • Kunst – Farbgefühl
  • Physik – Trocknung, Temperatur, Oberflächen

Das solltest du mitbringen

  • sehr gutes Farbsehen
  • Geduld – 80 Prozent der Arbeit ist Vorbereitung
  • Sauberkeit, weil jedes Staubkorn sichtbar wird
  • Sorgfalt beim Arbeitsschutz

Was verdient man?

1.093 € brutto im Monat – Durchschnitt im Ausbildungsbereich Handwerk 2025 – für diesen Beruf veröffentlicht das BIBB keinen Einzelwert.
Quelle: BIBB: Tarifliche Ausbildungsvergütungen 2025, Erhebung zum 1. Oktober 2025.

Die tatsächliche Vergütung hängt von Tarifgebiet, Bundesland, Ausbildungsjahr und Betrieb ab und steigt in jedem Lehrjahr. Zum Vergleich: Über alle Ausbildungsbereiche lag der tarifliche Durchschnitt 2025 bei 1.209 Euro, im Handwerk bei 1.093 Euro (West 1.091 Euro, Ost 1.110 Euro). Was du nach der Ausbildung verdienst, richtet sich nach Tarif, Region und Qualifikation – verlässliche Einzelwerte findest du beim BIBB und in der Entgeltdatenbank der Bundesagentur für Arbeit.

Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

Fahrzeug annehmen, Schaden begutachten, Teile demontieren, spachteln und schleifen. Danach Farbton bestimmen, anmischen, in der Kabine lackieren und trocknen lassen. Zum Schluss polieren und montieren.

Als Azubi beginnst du mit Abkleben, Schleifen und Reinigen – die Grundlage für jedes gute Ergebnis – und arbeitest dich zur eigenständigen Lackierung vor.

Womit arbeitest du?

Lackierpistole und LackierkabineMischanlage und FarbtonmessgerätSchleifmaschinen mit AbsaugungSpachtel und PoliermaschineAtemschutz und Schutzanzug

Welche Karrierechancen hast du?

Geselle/Gesellin
Selbstständige Lackierarbeiten inklusive Farbtonangleichung.
Spezialisierung
Effektlackierung, Oldtimer-Restaurierung, Folierung oder Nutzfahrzeugbeschriftung.
Meister/-in
Fahrzeuglackierermeister: eigener Betrieb, Ausbildung, Kalkulation.
Weitere Wege
Anwendungstechnik bei Lackherstellern, Sachverständigenwesen, Betriebsleitung.

Weiterbildungen

  • Fahrzeuglackierermeister/-in
  • Fachkraft für Beschriftung und Folierung
  • Anwendungstechniker/-in Lacksysteme
  • Betriebswirt/-in des Handwerks

Mehr dazu: Karrierewege im Handwerk – vom Gesellen bis zur Selbstständigkeit

Wie zukunftssicher ist der Beruf?

Unfallreparaturen und Werterhaltung von Fahrzeugen bleiben unabhängig vom Antrieb bestehen. Zusätzlich wachsen Folierung und Individualisierung – Bereiche, in denen Handarbeit den Unterschied macht.

Passt der Beruf zu dir?

Gut geeignet, wenn du …
  • sehr gutes Farbsehen
  • Geduld – 80 Prozent der Arbeit ist Vorbereitung
  • Sauberkeit, weil jedes Staubkorn sichtbar wird
  • Sorgfalt beim Arbeitsschutz
Eher nicht, wenn …
  • bei Farbfehlsichtigkeit
  • bei Allergien oder Atemwegserkrankungen (ärztlich abklären)
  • wenn dir kleinteilige Vorbereitung zu langweilig ist

Unsicher? Der Berufefinder schlägt dir passende Berufe vor

Freie Plätze als Fahrzeuglackierer/-in

Häufige Fragen zum Beruf Fahrzeuglackierer/-in

Wie lange dauert die Ausbildung zum Fahrzeuglackierer?

Drei Jahre.

Was verdient man in der Ausbildung?

Abhängig von Tarifgebiet und Lehrjahr; der Handwerksdurchschnitt lag 2025 bei 1.093 Euro brutto im Monat (BIBB).

Ist die Arbeit mit Lacken gesundheitlich bedenklich?

Nur ohne Schutz. In modernen Betrieben gehören Absaugung, Lackierkabine und Atemschutz zum Standard; der Umgang damit ist Teil der Ausbildung.

Fahrzeuglackierer oder Maler und Lackierer?

Fahrzeuglackierer arbeiten an Fahrzeugen und Karosserien, Maler und Lackierer an Gebäuden, Wänden und Bauteilen. Zwei eigenständige Berufe.

Brauche ich gutes Farbsehen?

Ja. Farbtöne exakt zu treffen ist Kern des Berufs; eine Farbfehlsichtigkeit ist ein echtes Hindernis.