Lebensmittel-Handwerk

Konditor/-in werden

Konditorinnen und Konditoren stellen Torten, Kuchen, Pralinen, Desserts und Feingebäck her – handwerklich und mit viel Gestaltung. Die Ausbildung dauert 3 Jahre.

Dauer3,0 Jahre
AbschlussGesellenprüfung
Vergütung Ø1.093 €
BereichHandwerk

Konditorei ist das gestalterischste unter den Lebensmittelhandwerken: Eine Hochzeitstorte ist ein Bauwerk, eine Praline ein kleines Präzisionsstück. Geschmack und Optik müssen beide stimmen.

Anders als in der Backstube beginnt der Tag meist nicht mitten in der Nacht – dafür sind Samstage und die Zeit vor Feiertagen die intensivsten Phasen.

Was macht ein/-e Konditor/-in?

  • Teige, Massen und Cremes herstellen
  • Torten füllen, einstreichen und dekorieren
  • Pralinen und Schokoladenfiguren fertigen
  • Desserts und Kleingebäck herstellen
  • Marzipan- und Zuckerarbeiten gestalten
  • Rezepturen kalkulieren und anpassen
  • Hygienevorgaben einhalten und dokumentieren

Wo arbeitet man?

KonditoreiCafé mit eigener ProduktionHotel- und RestaurantpâtisserieSchokoladenmanufaktur

Wie läuft die Ausbildung ab?

Kurz gesagt: Die Ausbildung dauert 3,0 Jahre und ist dual – du arbeitest im Betrieb und gehst parallel zur Berufsschule. Am Ende steht die Gesellenprüfung.
Rechtsgrundlage: Verordnung von 2003

Duale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule mit überbetrieblichen Lehrgängen zu Schokolade, Zuckerarbeit und Dekortechniken.

Die Gesellenprüfung besteht aus praktischen Arbeitsproben – häufig einer Torte samt Dekor – und schriftlichen Prüfungsbereichen.

Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich – meist um sechs bis zwölf Monate. Wer einen höheren Schulabschluss mitbringt, kann die Ausbildung häufig von vornherein verkürzen.

Welche Voraussetzungen brauchst du?

Schulabschluss

Kein Abschluss vorgeschrieben. Entscheidend sind Sauberkeit, Geduld und ein Gefühl für Form und Geschmack.

Diese Schulfächer helfen

  • Mathematik – Rezepturen umrechnen, Kalkulation
  • Chemie und Biologie – Zutaten, Hygiene, Haltbarkeit
  • Kunst – Gestaltung und Farbgefühl

Das solltest du mitbringen

  • ruhige Hand und Liebe zum Detail
  • Ausdauer im Stehen
  • Sauberkeit und Hygienebewusstsein
  • Belastbarkeit vor Feiertagen

Was verdient man?

1.093 € brutto im Monat – Durchschnitt im Ausbildungsbereich Handwerk 2025 – für diesen Beruf veröffentlicht das BIBB keinen Einzelwert.
Quelle: BIBB: Tarifliche Ausbildungsvergütungen 2025, Erhebung zum 1. Oktober 2025.

Die tatsächliche Vergütung hängt von Tarifgebiet, Bundesland, Ausbildungsjahr und Betrieb ab und steigt in jedem Lehrjahr. Zum Vergleich: Über alle Ausbildungsbereiche lag der tarifliche Durchschnitt 2025 bei 1.209 Euro, im Handwerk bei 1.093 Euro (West 1.091 Euro, Ost 1.110 Euro). Was du nach der Ausbildung verdienst, richtet sich nach Tarif, Region und Qualifikation – verlässliche Einzelwerte findest du beim BIBB und in der Entgeltdatenbank der Bundesagentur für Arbeit.

Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

Früher Start – je nach Betrieb zwischen 4 und 7 Uhr. Zuerst laufen Massen und Böden, danach werden Torten gefüllt, dekoriert und für den Verkauf vorbereitet. Vor Feiertagen wird der Tag deutlich länger.

Als Azubi beginnst du mit Vorbereitung und einfachen Massen, übernimmst dann eigene Torten und lernst Schritt für Schritt die Dekortechniken.

Womit arbeitest du?

Rührmaschine und AufschlagmaschineTemperiergerät für SchokoladeSpritzbeutel und PaletteTortenring und AbstreiferKühl- und Schockfroster

Welche Karrierechancen hast du?

Geselle/Gesellin
Selbstständige Herstellung von Torten, Pralinen und Feingebäck.
Pâtissier/-e
Spezialisierung in Hotellerie und Spitzengastronomie.
Meister/-in
Konditormeister: eigene Konditorei, Ausbildung, Rezeptentwicklung.
Weitere Wege
Schokoladenmanufaktur, Produktentwicklung in der Lebensmittelbranche, Fachlehrkraft.

Weiterbildungen

  • Konditormeister/-in
  • Pâtissier/-e
  • Betriebswirt/-in des Handwerks
  • Fachkraft für Lebensmittelhygiene

Mehr dazu: Karrierewege im Handwerk – vom Gesellen bis zur Selbstständigkeit

Wie zukunftssicher ist der Beruf?

Handgemachte Qualität ist gefragt: Anlässe wie Hochzeiten und Feiern verlangen individuelle Arbeiten, die Industrie nicht liefern kann. Gleichzeitig ist der Preisdruck hoch – gute Betriebe punkten mit Qualität und Handschrift.

Passt der Beruf zu dir?

Gut geeignet, wenn du …
  • ruhige Hand und Liebe zum Detail
  • Ausdauer im Stehen
  • Sauberkeit und Hygienebewusstsein
  • Belastbarkeit vor Feiertagen
Eher nicht, wenn …
  • wenn dich Wochenendarbeit grundsätzlich stört
  • bei Mehl- oder Nussallergie (ärztlich abklären)

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Freie Plätze als Konditor/-in

Häufige Fragen zum Beruf Konditor/-in

Wie lange dauert die Konditor-Ausbildung?

Drei Jahre.

Wann beginnt der Arbeitstag?

Je nach Betrieb zwischen 4 und 7 Uhr – meist später als in der Bäckerei. Für Auszubildende unter 18 gilt das Jugendarbeitsschutzgesetz.

Was verdient man in der Ausbildung?

Abhängig vom Tarifgebiet; der Handwerksdurchschnitt lag 2025 bei 1.093 Euro brutto im Monat (BIBB).

Konditor oder Bäcker – was ist der Unterschied?

Bäcker stellen vor allem Brot und Brötchen her, Konditoren Torten, Pralinen und Feingebäck. Es sind zwei eigenständige Ausbildungsberufe.

Brauche ich künstlerisches Talent?

Hilfreich, aber lernbar. Dekortechniken werden systematisch geübt.