Dach & Zimmerei

Zimmerer/Zimmerin werden

Zimmerinnen und Zimmerer bauen Dachstühle, Holzhäuser, Carports und Holzkonstruktionen, richten sie auf der Baustelle auf und sanieren alte Bausubstanz. Die Ausbildung dauert 3 Jahre.

Dauer3,0 Jahre
AbschlussGesellenprüfung
Vergütung Ø1.343 €
BereichHandwerk

Holzbau ist der Bereich, der im Bauwesen gerade am stärksten wächst: Aufstockungen, mehrgeschossige Holzhäuser, vorgefertigte Elemente aus der Halle. Zimmerer arbeiten deshalb längst nicht mehr nur mit Axt und Balken, sondern auch mit Abbundanlagen und CAD-Daten.

Der Beruf ist körperlich fordernd und findet zu großen Teilen draußen statt – dafür siehst du am Abend, was du geschafft hast.

Was macht ein/-e Zimmerer/Zimmerin?

  • Holzkonstruktionen nach Plan abbinden und vorfertigen
  • Dachstühle aufrichten und ausrichten
  • Wand- und Deckenelemente im Holzrahmenbau montieren
  • Dämmung und Abdichtung einbauen
  • Altbauten sanieren, Balken austauschen
  • Carports, Balkone und Fassaden aus Holz erstellen

Wo arbeitet man?

Baustellen im FreienAbbundhalle des BetriebsDächerSanierungsobjekte

Wie läuft die Ausbildung ab?

Kurz gesagt: Die Ausbildung dauert 3,0 Jahre und ist dual – du arbeitest im Betrieb und gehst parallel zur Berufsschule. Am Ende steht die Gesellenprüfung.
Rechtsgrundlage: Stufenausbildung im Baugewerbe

Die Bauberufe sind als Stufenausbildung organisiert: Nach zwei Jahren steht der Abschluss zum Ausbaufacharbeiter, im dritten Jahr folgt der Gesellenabschluss als Zimmerer.

Neben Betrieb und Berufsschule verbringst du längere Blöcke im überbetrieblichen Ausbildungszentrum, wo Abbund, Aufrichten und Gerüstbau geübt werden.

Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich – meist um sechs bis zwölf Monate. Wer einen höheren Schulabschluss mitbringt, kann die Ausbildung häufig von vornherein verkürzen.

Welche Voraussetzungen brauchst du?

Schulabschluss

Kein bestimmter Abschluss vorgeschrieben. Betriebe achten auf körperliche Fitness, Zuverlässigkeit und Schwindelfreiheit.

Diese Schulfächer helfen

  • Mathematik – Winkel, Längen, Neigungen; im Holzbau wird viel gerechnet
  • Physik – Kräfte und Statik
  • Werken/Technik

Das solltest du mitbringen

  • schwindelfrei und trittsicher
  • körperlich belastbar
  • Teamarbeit – auf dem Dach zählt jeder Handgriff
  • räumliches Vorstellungsvermögen

Was verdient man?

1.343 € brutto im Monat – tariflicher Durchschnitt 2025 über alle Ausbildungsjahre.
Quelle: BIBB: Tarifliche Ausbildungsvergütungen 2025, Erhebung zum 1. Oktober 2025.

Die tatsächliche Vergütung hängt von Tarifgebiet, Bundesland, Ausbildungsjahr und Betrieb ab und steigt in jedem Lehrjahr. Zum Vergleich: Über alle Ausbildungsbereiche lag der tarifliche Durchschnitt 2025 bei 1.209 Euro, im Handwerk bei 1.093 Euro (West 1.091 Euro, Ost 1.110 Euro). Was du nach der Ausbildung verdienst, richtet sich nach Tarif, Region und Qualifikation – verlässliche Einzelwerte findest du beim BIBB und in der Entgeltdatenbank der Bundesagentur für Arbeit.

Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

Früher Start, meist um 7 Uhr auf der Baustelle. Vormittags Material vorbereiten und Konstruktionen aufrichten, nachmittags Montage und Sicherung. Im Winter verlagert sich die Arbeit stärker in die Halle.

Als Azubi hilfst du zuerst beim Zuschnitt und beim Anreichen, übernimmst dann eigene Verbindungen und Montageschritte.

Womit arbeitest du?

Zimmermannshammer und BeilHandkreissäge und KettensägeAbbundanlageKran und HebezeugNivelliergerät und Laser

Welche Karrierechancen hast du?

Geselle/Gesellin
Selbstständiges Arbeiten auf der Baustelle und in der Vorfertigung.
Vorarbeiter/-in und Polier
Führung einer Kolonne, Verantwortung für Ablauf und Sicherheit.
Meister/-in
Zimmerermeister – eigener Betrieb, Ausbildung, Planung.
Techniker/-in oder Studium
Holztechnik oder Bauingenieurwesen, über den Meisterbrief auch ohne Abitur.

Weiterbildungen

  • Zimmerermeister/-in
  • Geprüfte/-r Polier
  • Staatlich geprüfte/-r Techniker/-in Bautechnik
  • Fachkraft für Holzbau und Gebäudehülle
  • Restaurator/-in im Zimmererhandwerk

Mehr dazu: Karrierewege im Handwerk – vom Gesellen bis zur Selbstständigkeit

Wie zukunftssicher ist der Beruf?

Holz gilt als Baustoff mit guter Klimabilanz, Aufstockungen und serielles Bauen mit Holzelementen nehmen zu. Das Zimmererhandwerk profitiert davon unmittelbar.

Passt der Beruf zu dir?

Gut geeignet, wenn du …
  • schwindelfrei und trittsicher
  • körperlich belastbar
  • Teamarbeit – auf dem Dach zählt jeder Handgriff
  • räumliches Vorstellungsvermögen
Eher nicht, wenn …
  • bei ausgeprägter Höhenangst
  • wenn du bei Wind und Wetter grundsätzlich nicht draußen arbeiten willst

Unsicher? Der Berufefinder schlägt dir passende Berufe vor

Freie Plätze als Zimmerer/Zimmerin

Gerade kein Angebot in diesem Beruf

Leg dir ein Profil an – dann findest du neue Plätze sofort, sobald ein Betrieb sie einstellt.

Häufige Fragen zum Beruf Zimmerer/Zimmerin

Wie lange dauert die Ausbildung zum Zimmerer?

Drei Jahre. Nach zwei Jahren kann der Abschluss als Ausbaufacharbeiter erworben werden, im dritten Jahr folgt die Gesellenprüfung.

Was verdient man in der Zimmerer-Ausbildung?

Im Zimmererhandwerk lag die tarifliche Ausbildungsvergütung 2025 im Durchschnitt bei 1.343 Euro brutto im Monat über alle Ausbildungsjahre und damit deutlich über dem Handwerksschnitt von 1.093 Euro (BIBB).

Braucht man Schwindelfreiheit?

Ja. Arbeiten auf Dächern und Gerüsten gehören dazu, gesichert, aber in Höhe.

Arbeitet man auch im Winter draußen?

Teilweise. Bei starkem Frost ruht die Arbeit auf vielen Baustellen; dann wird in der Halle vorgefertigt. Für das Bauhauptgewerbe gibt es zudem eine Saison-Regelung mit Ausgleichsleistungen.

Ist der Beruf nur etwas für Männer?

Nein. Zimmerinnen sind in vielen Betrieben selbstverständlich; Technik und Hebehilfen nehmen viel Kraftaufwand ab.