Holz & Schreiner

Tischler/-in werden

Tischler/-innen fertigen Möbel, Fenster, Türen und Innenausbauten aus Holz und Holzwerkstoffen – von der Planung über den Zuschnitt bis zur Montage beim Kunden. Die Ausbildung dauert 3 Jahre.

Dauer3,0 Jahre
AbschlussGesellenprüfung
Vergütung Ø1.093 €
BereichHandwerk

Wenige Berufe zeigen das Ergebnis so direkt: Aus einer Platte Holz wird ein Möbelstück, das jemand jahrzehntelang benutzt. Tischler arbeiten mit Maschinen, die Zehntelmillimeter halten, und mit Werkzeugen, die es seit Jahrhunderten gibt.

In Süddeutschland heißt der Beruf Schreiner – gemeint ist derselbe Ausbildungsberuf.

Was macht ein/-e Tischler/-in?

  • Aufmaß beim Kunden nehmen und Skizzen anfertigen
  • Zuschnitt an Kreissäge, Formatkreissäge und CNC-Maschine
  • Verbindungen herstellen, verleimen, pressen
  • Oberflächen schleifen, ölen, lackieren oder beschichten
  • Möbel, Türen, Fenster und Einbauten montieren
  • Reparaturen und Restaurierungen

Wo arbeitet man?

Tischlerei-WerkstattWohnungen und Häuser bei der MontageLadenbau und ObjekteinrichtungenAusstellungsräume

Wie läuft die Ausbildung ab?

Kurz gesagt: Die Ausbildung dauert 3,0 Jahre und ist dual – du arbeitest im Betrieb und gehst parallel zur Berufsschule. Am Ende steht die Gesellenprüfung.
Rechtsgrundlage: Verordnung von 2006

Duale Ausbildung: Betrieb und Berufsschule, dazu überbetriebliche Lehrgänge zu Maschinen, CNC und Oberflächen.

Am Ende steht das Gesellenstück: ein eigenständig geplantes und gebautes Werkstück, das gemeinsam mit der schriftlichen Prüfung bewertet wird. Viele Gesellenstücke werden öffentlich ausgestellt.

Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich – meist um sechs bis zwölf Monate. Wer einen höheren Schulabschluss mitbringt, kann die Ausbildung häufig von vornherein verkürzen.

Welche Voraussetzungen brauchst du?

Schulabschluss

Kein Abschluss vorgeschrieben. Betriebe achten vor allem auf Sorgfalt, räumliches Vorstellungsvermögen und Interesse am Werkstoff.

Diese Schulfächer helfen

  • Mathematik – Maße, Winkel, Materialbedarf
  • Werken/Technik – Umgang mit Werkzeug
  • Kunst – Formgefühl hilft bei Entwürfen

Das solltest du mitbringen

  • genaues Arbeiten – ein Millimeter fällt am Ende auf
  • räumliches Denken
  • Geduld bei Oberflächen
  • Sicherheitsbewusstsein an Maschinen

Was verdient man?

1.093 € brutto im Monat – Durchschnitt aller Handwerksberufe 2025 – für diesen Beruf veröffentlicht das BIBB keinen Einzelwert.
Quelle: BIBB: Tarifliche Ausbildungsvergütungen 2025, Erhebung zum 1. Oktober 2025.

Die tatsächliche Vergütung hängt von Tarifgebiet, Bundesland, Ausbildungsjahr und Betrieb ab und steigt in jedem Lehrjahr. Zum Vergleich: Über alle Ausbildungsbereiche lag der tarifliche Durchschnitt 2025 bei 1.209 Euro, im Handwerk bei 1.093 Euro (West 1.091 Euro, Ost 1.110 Euro). Was du nach der Ausbildung verdienst, richtet sich nach Tarif, Region und Qualifikation – verlässliche Einzelwerte findest du beim BIBB und in der Entgeltdatenbank der Bundesagentur für Arbeit.

Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

Der Tag beginnt meist um 7 Uhr in der Werkstatt: Aufträge durchgehen, Material zuschneiden, montieren. Ein bis zwei Tage pro Woche geht es zur Montage zum Kunden – dort zählt sauberes Arbeiten in bewohnten Räumen.

Als Azubi startest du mit Zuschnitt, Schleifen und Zuarbeit und baust ab dem zweiten Jahr eigene Werkstücke.

Womit arbeitest du?

Formatkreissäge, Hobel- und FräsmaschinenCNC-BearbeitungszentrumHandhobel, Stechbeitel, ZwingenKantenanleimmaschineAufmaß- und Lasermessgeräte

Welche Karrierechancen hast du?

Geselle/Gesellin
Eigenständige Fertigung und Montage.
Spezialisierung
Etwa Möbelbau, Innenausbau, Ladenbau, Restaurierung oder CNC-Technik.
Meister/-in
Tischlermeister – Voraussetzung für den eigenen Betrieb und die Ausbildung von Lehrlingen.
Gestalter/-in im Handwerk oder Studium
Etwa Holztechnik oder Innenarchitektur; über den Meisterbrief auch ohne Abitur möglich.

Weiterbildungen

  • Tischlermeister/-in
  • Gestalter/-in im Handwerk
  • Staatlich geprüfte/-r Techniker/-in Holztechnik
  • Restaurator/-in im Handwerk
  • CNC-Fachkraft

Mehr dazu: Karrierewege im Handwerk – vom Gesellen bis zur Selbstständigkeit

Wie zukunftssicher ist der Beruf?

Individuelle Möbel, Innenausbau und Sanierung lassen sich schlecht von der Stange liefern – genau darin liegt die Stärke des Tischlerhandwerks. Serienmöbel kommen aus der Industrie, alles Passgenaue aus der Werkstatt.

Passt der Beruf zu dir?

Gut geeignet, wenn du …
  • genaues Arbeiten – ein Millimeter fällt am Ende auf
  • räumliches Denken
  • Geduld bei Oberflächen
  • Sicherheitsbewusstsein an Maschinen
Eher nicht, wenn …
  • wenn dich Lärm und Staub dauerhaft stören
  • wenn du sehr ungern nach Maßen und Plänen arbeitest

Unsicher? Der Berufefinder schlägt dir passende Berufe vor

Freie Plätze als Tischler/-in

Häufige Fragen zum Beruf Tischler/-in

Wie lange dauert die Tischlerausbildung?

Drei Jahre. Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich.

Tischler oder Schreiner – was ist der Unterschied?

Keiner. Es ist derselbe Ausbildungsberuf, nur regional unterschiedlich benannt.

Welchen Schulabschluss brauche ich?

Vorgeschrieben ist keiner. Wichtiger sind Sorgfalt, räumliches Vorstellungsvermögen und ein guter Eindruck im Praktikum.

Was verdient man in der Ausbildung?

Abhängig von Tarifgebiet und Lehrjahr. Der Durchschnitt im Handwerk lag 2025 bei 1.093 Euro brutto im Monat (BIBB).

Was ist ein Gesellenstück?

Ein selbst geplantes und gefertigtes Möbelstück am Ende der Ausbildung. Es fließt in die Gesellenprüfung ein und ist oft das erste eigene Referenzstück.

Arbeite ich nur in der Werkstatt?

Nein. Aufmaß und Montage finden beim Kunden statt – der Wechsel zwischen Werkstatt und Baustelle gehört dazu.