Maler/-in und Lackierer/-in werden
Maler und Lackiererinnen gestalten und schützen Oberflächen: Sie streichen, tapezieren, spachteln, dämmen Fassaden und setzen Farbkonzepte um. Die Ausbildung dauert 3 Jahre.
Der Beruf hat zwei Seiten: Gestaltung – Farben, Putze, Oberflächen, die einen Raum verändern – und Schutz, etwa Wärmedämmung an Fassaden oder Korrosionsschutz an Stahl.
Wer ein Auge für Farben und Formen hat und gleichzeitig sauber arbeiten kann, findet hier einen der kreativsten Handwerksberufe.
Was macht ein/-e Maler/-in und Lackierer/-in?
- Untergründe prüfen, reinigen, spachteln und grundieren
- Wände und Decken streichen, tapezieren, Strukturputze auftragen
- Fassaden beschichten und Wärmedämmverbundsysteme anbringen
- Lackierarbeiten an Holz und Metall
- Bodenbeläge verlegen und Trockenbauarbeiten ausführen
- Farb- und Gestaltungsvorschläge mit Kunden abstimmen
Wo arbeitet man?
Welche Fachrichtungen gibt es?
- Gestaltung und Instandhaltung
- Die häufigste Fachrichtung: Innenräume und Fassaden gestalten, renovieren, beschichten.
- Kirchenmalerei und Denkmalpflege
- Restaurierung historischer Oberflächen und Ausmalungen.
- Bauten- und Korrosionsschutz
- Schutz von Beton- und Stahlbauteilen, etwa an Brücken und Industrieanlagen.
Wie läuft die Ausbildung ab?
Rechtsgrundlage: Verordnung von 2021
Duale Ausbildung mit Berufsschule und überbetrieblichen Lehrgängen. Die Fachrichtung wird im Verlauf der Ausbildung festgelegt.
Die Gesellenprüfung besteht aus praktischen Arbeitsproben – etwa Beschichtungs- und Gestaltungstechniken – sowie schriftlichen Teilen.
Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich – meist um sechs bis zwölf Monate. Wer einen höheren Schulabschluss mitbringt, kann die Ausbildung häufig von vornherein verkürzen.
Welche Voraussetzungen brauchst du?
Schulabschluss
Kein Abschluss vorgeschrieben. Betriebe achten auf sauberes Arbeiten, Farbsinn und Freundlichkeit im Kundenkontakt.
Diese Schulfächer helfen
- Mathematik – Flächen und Materialbedarf berechnen
- Chemie – Farben, Bindemittel, Untergründe
- Kunst – Farbgestaltung
Das solltest du mitbringen
- Auge für Farbe und saubere Kanten
- Geduld – gute Oberflächen brauchen Vorbereitung
- Schwindelfreiheit für Arbeiten auf dem Gerüst
- höflicher Umgang in bewohnten Räumen
Was verdient man?
Quelle: BIBB: Tarifliche Ausbildungsvergütungen 2025, Erhebung zum 1. Oktober 2025.
Die tatsächliche Vergütung hängt von Tarifgebiet, Bundesland, Ausbildungsjahr und Betrieb ab und steigt in jedem Lehrjahr. Zum Vergleich: Über alle Ausbildungsbereiche lag der tarifliche Durchschnitt 2025 bei 1.209 Euro, im Handwerk bei 1.093 Euro (West 1.091 Euro, Ost 1.110 Euro). Was du nach der Ausbildung verdienst, richtet sich nach Tarif, Region und Qualifikation – verlässliche Einzelwerte findest du beim BIBB und in der Entgeltdatenbank der Bundesagentur für Arbeit.
Wie sieht der Arbeitsalltag aus?
Baustelle abkleben und abdecken, Untergrund vorbereiten, dann beschichten. Ein Großteil der Arbeit steckt in der Vorbereitung – das Streichen selbst ist oft der schnellste Teil.
Als Azubi übernimmst du zuerst Abdecken, Schleifen und Grundieren, arbeitest dich über einfache Anstriche bis zu Gestaltungstechniken vor.
Womit arbeitest du?
Welche Karrierechancen hast du?
- Geselle/Gesellin
- Selbstständiges Arbeiten auf Baustellen und beim Kunden.
- Vorarbeiter/-in
- Koordination kleiner Teams und Baustellen.
- Meister/-in
- Maler- und Lackierermeister: eigener Betrieb, Ausbildung, Kalkulation.
- Gestalter/-in im Handwerk
- Vertiefung in Farbgestaltung und Entwurf.
- Restaurator/-in im Handwerk
- Spezialisierung auf Denkmalpflege.
Weiterbildungen
- Maler- und Lackierermeister/-in
- Gestalter/-in im Handwerk (Farbe)
- Restaurator/-in im Malerhandwerk
- Fachkraft für Wärmedämmverbundsysteme
- Staatlich geprüfte/-r Techniker/-in Farb- und Lacktechnik
Mehr dazu: Karrierewege im Handwerk – vom Gesellen bis zur Selbstständigkeit
Wie zukunftssicher ist der Beruf?
Energetische Sanierung, Fassadendämmung und Renovierung sichern dem Gewerk dauerhaft Aufträge. Gestaltungskompetenz wird zusätzlich nachgefragt, weil Kunden Beratung erwarten und nicht nur Anstrich.
Passt der Beruf zu dir?
- Auge für Farbe und saubere Kanten
- Geduld – gute Oberflächen brauchen Vorbereitung
- Schwindelfreiheit für Arbeiten auf dem Gerüst
- höflicher Umgang in bewohnten Räumen
- bei Allergien gegen Lösemittel oder Stäube (ärztlich abklären)
- wenn dich kleinteilige Vorbereitung langweilt
Freie Plätze als Maler/-in und Lackierer/-in
Gerade kein Angebot in diesem Beruf
Leg dir ein Profil an – dann findest du neue Plätze sofort, sobald ein Betrieb sie einstellt.
Häufige Fragen zum Beruf Maler/-in und Lackierer/-in
Wie lange dauert die Ausbildung zum Maler und Lackierer?
Drei Jahre.
Was verdient man in der Ausbildung?
Im Beruf Maler/-in und Lackierer/-in lag die tarifliche Ausbildungsvergütung 2025 im Durchschnitt bei 985 Euro brutto im Monat über alle Ausbildungsjahre (BIBB). Der Wert schwankt je nach Tarifgebiet und Lehrjahr.
Welchen Schulabschluss brauche ich?
Vorgeschrieben ist keiner. Ein Praktikum überzeugt Betriebe meist mehr als das Zeugnis.
Ist der Beruf kreativ?
Ja, besonders in der Fachrichtung Gestaltung und Instandhaltung. Ein großer Teil der Arbeit ist allerdings sorgfältige Vorbereitung.
Muss ich schwindelfrei sein?
Für Fassadenarbeiten auf dem Gerüst ist Schwindelfreiheit wichtig. Im Innenbereich spielt sie kaum eine Rolle.