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Meister machen im Handwerk

4 Minuten Lesezeit · Stand 08/2026

Die Meisterprüfung besteht aus vier Teilen und lässt sich in Vollzeit meist in rund einem Jahr vorbereiten, berufsbegleitend in zwei bis drei. Das Aufstiegs-BAföG fördert Lehrgangs- und Prüfungsgebühren bis 15.000 Euro – die Hälfte davon als Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss.

Was bringt der Meisterbrief?

  • Eigener Betrieb: In den zulassungspflichtigen Handwerken der Anlage A der Handwerksordnung ist der Meisterbrief Voraussetzung für die Selbstständigkeit.
  • Ausbilden dürfen: Nur wer die Ausbildereignung nachweist, darf Lehrlinge ausbilden – sie ist Teil der Meisterprüfung.
  • Verantwortung und Verdienst: Meisterinnen und Meister übernehmen Bauleitung, Kalkulation und Personalverantwortung.
  • Formale Gleichwertigkeit: Der Meisterbrief ist im Deutschen Qualifikationsrahmen auf Stufe 6 eingeordnet – wie ein Bachelorabschluss.
  • Studium ohne Abitur: Mit Meisterbrief steht dir in der Regel der Hochschulzugang offen.

Welche Voraussetzungen brauchst du?

In der Regel eine abgeschlossene Gesellenprüfung im entsprechenden oder einem verwandten Handwerk. Eine feste Zahl an Gesellenjahren ist in den meisten Gewerken nicht mehr vorgeschrieben.

Berufserfahrung hilft trotzdem enorm: Der fachpraktische Teil setzt Routine voraus, und der betriebswirtschaftliche Teil ist leichter, wenn du weißt, wie Aufträge kalkuliert werden. Die genauen Zulassungsbedingungen regelt deine Handwerkskammer.

Die vier Prüfungsteile

Teil I – Fachpraxis
Meisterprüfungsprojekt und Situationsaufgabe: Du planst und fertigst eine anspruchsvolle Arbeit aus deinem Gewerk.
Teil II – Fachtheorie
Fachbezogene Berechnungen, Technologie, Auftragsabwicklung, Vorschriften.
Teil III – Betriebswirtschaft und Recht
Kalkulation, Buchführung, Personal, Recht – für alle Gewerke gleich.
Teil IV – Berufs- und Arbeitspädagogik
Die Ausbildereignung (AEVO): Wie bildest du Lehrlinge aus?

Die Teile III und IV kannst du in vielen Kammern getrennt und vorab ablegen – ein guter Einstieg, wenn du dir noch unsicher bist.

Wie lange dauert das?

Vollzeit: meist rund ein Jahr am Stück. Du arbeitest in dieser Zeit nicht oder nur in Teilzeit.

Berufsbegleitend: zwei bis drei Jahre, abends und samstags. Anstrengend, aber du verdienst weiter.

Viele fangen mit Teil III und IV an, weil diese Teile unabhängig vom Gewerk sind und sich gut nebenbei erledigen lassen.

Was kostet die Meisterausbildung?

Lehrgangs- und Prüfungsgebühren liegen je nach Gewerk und Kammer im niedrigen bis mittleren vierstelligen Bereich, in einzelnen Gewerken auch darüber. Dazu kommen Material und Prüfungsstück.

Konkrete Preise nennt dir deine Handwerkskammer – sie unterscheiden sich je nach Gewerk und Bildungszentrum erheblich. Verlässliche Pauschalzahlen gibt es nicht.

Entscheidend ist ohnehin, was am Ende bei dir hängen bleibt, denn ein großer Teil wird gefördert.

Aufstiegs-BAföG: die Förderung im Detail

  • Lehrgangs- und Prüfungsgebühren werden bis 15.000 Euro gefördert – einkommens- und vermögensunabhängig.
  • 50 Prozent davon sind ein Zuschuss, den du nicht zurückzahlst. Die andere Hälfte ist ein zinsgünstiges Darlehen der KfW.
  • Bestehst du die Prüfung, werden auf Antrag 50 Prozent des noch nicht fälligen Darlehens erlassen.
  • Für das Meisterprüfungsprojekt gibt es zusätzlich bis zur Hälfte der Materialkosten, höchstens 2.000 Euro – ebenfalls zur Hälfte als Zuschuss.
  • Wer sich nach der Prüfung selbstständig macht, kann einen vollständigen Erlass des Restdarlehens erhalten.
  • Bei Vollzeitlehrgängen kommt ein Unterhaltsbeitrag zum Lebensunterhalt hinzu.

Mehrere Bundesländer zahlen zusätzlich eine Meisterprämie nach bestandener Prüfung. Höhe und Bedingungen unterscheiden sich – frag bei deiner Kammer nach.

Lohnt sich der Meister finanziell?

Pauschale Zahlen dazu wären unseriös: Der Verdienst hängt von Gewerk, Region, Betriebsgröße und Verantwortung ab. Belastbare Werte findest du im Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit.

Klar ist die Richtung: Mit Meisterbrief übernimmst du Aufgaben, die anders bezahlt werden – Bauleitung, Kalkulation, Personal. Und du kannst einen Betrieb führen oder übernehmen. Gerade Betriebsübernahmen sind im Handwerk gefragt, weil tausende Inhaber in den nächsten Jahren Nachfolger suchen.

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Häufige Fragen

Wie lange dauert die Meisterausbildung?

In Vollzeit meist etwa ein Jahr, berufsbegleitend zwei bis drei Jahre.

Was kostet der Meister?

Je nach Gewerk und Kammer unterschiedlich, meist im vierstelligen Bereich. Das Aufstiegs-BAföG fördert Lehrgangs- und Prüfungsgebühren bis 15.000 Euro, die Hälfte als Zuschuss.

Wird der Meister gefördert?

Ja, über das Aufstiegs-BAföG: 50 Prozent Zuschuss, 50 Prozent zinsgünstiges KfW-Darlehen, davon bei bestandener Prüfung nochmals die Hälfte erlassen.

Brauche ich Berufserfahrung vor der Meisterprüfung?

In den meisten Gewerken ist keine feste Gesellenzeit mehr vorgeschrieben. Praktisch ist Erfahrung aber sehr hilfreich.

Aus welchen Teilen besteht die Meisterprüfung?

Fachpraxis, Fachtheorie, Betriebswirtschaft und Recht sowie Berufs- und Arbeitspädagogik.

Ist der Meister gleichwertig mit einem Bachelor?

Im Deutschen Qualifikationsrahmen sind beide auf Stufe 6 eingeordnet. Die Inhalte unterscheiden sich – praxisorientiert statt akademisch.

Kann ich mit Meisterbrief studieren?

In der Regel ja, auch ohne Abitur. Die Details regeln die Bundesländer.